Heutzutage ist Datensicherheit auf Reisen wichtig

Zur besseren Übersichtlichkeit haben wir die Serie “Sicherheit auf Reisen” in 3 Artikel aufgeteilt. In Teil 1 und Teil 3 sprechen wir darüber, wie Du deine materiellen Wertsachen wie Geld, Kreditkarten, Pässe etc. vor Diebstahl und Verlust sichern kannst.

Wie sieht es aber mit all den digitalen Wertsachen, also deinen (sensiblen) Daten, aus, die auf deinem Smartphone, deinem Notebook und deiner externen Festplatte schlummern? Verlierst Du dein Handy oder dein Notebook ist es für Dritte meistens nicht sonderlich schwer an all deine (sensiblen) Daten zu kommen. Das solltest Du natürlich auf jeden Fall vermeiden.

Deshalb wollen wir Dir in diesem Artikel erklären, wie Du deine Daten auf deiner Weltreise sicherst und vor allem, wie Du gleichzeitig sicherstellst, dass nur Du Zugriff zu ihnen hast – egal wann und egal wo.

Da wir selbst Windows bzw. Android Nutzer sind, konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf Windows für Computer und Android für Smartphones. Für alle anderen Betriebssysteme wie z.B. iOS gibt es aber ähnliche Software.

Der Übersicht halber werden wir in diesem Artikel bei jedem Unterpunkt, wenn möglich, zwischen „Computer“ und „Smartphone“ unterscheiden.

Alle Tipps sind außerdem nicht nur für Reisen, sondern auch fürs tägliche Leben Daheim äußerst nützlich.

Datensicherheit durch Kombination mehrer Sicherheitsmechanismen

Zu allererst möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass es eine vollkommene Datensicherheit nicht gibt, vor allem im IT-Bereich. Denn mit genügend Knowhow und krimineller Energie kann man so gut wie alle Sicherheitsmechanismen aushebeln. Trotzdem sollen die gezeigten Methoden Dir aber helfen dies so schwer wie möglich zu machen.

Besonders eine Kombination aus verschiedenen Sicherheitsmechanismen macht deine Daten schon sehr sicher. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass einige dieser Sicherheitsmechanismen auch auf Kosten von Performance und Bedienungsfreundlichkeit gehen können.

#01 – Daten mit Passwort vor fremdem Zugriff schützen

Bios-Passwort – Datensicherheit Computer

Eine der einfachsten Methoden deinen Computer vor dem Zugriff Fremder zu schützen, ist die Einrichtung eines BIOS-Passworts. Dieses Passwort legst Du einmal fest und musst es dann jedes Mal beim PC-Start eingeben. Der Vorteil davon ist, dass dein PC ohne dieses Passwort nicht mehr startet, also weder Windows noch irgendeine andere Software von einem externen Datenträger.

Performanceeinbußen hat dieser Sicherheitsmechanismus nicht zur Folge. Jedoch kann er durch das Aufschrauben deines Notebooks und der kurzen Entnahme der Mainboard-Batterie umgangen werden. Dabei wird das BIOS nämlich auf seinen Ursprungszustand zurückgesetzt und das Passwort damit wieder gelöscht.

Das dauert aber eine Weile und geht oft auch nur mit speziellen Schraubenziehern (z.B. Torx). Für einen Profi ist das natürlich kein Hindernis, aber für Laien schon mal eine gewisse Hürde.

Wenn Du Dir unsicher bist, wie man ein BIOS-Passwort einrichtet, dann empfehlen wir Dir die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung vom Computer-Magazin Chip.

Windows-Passwort – Datensicherheit Computer

Eine weitere Hürde, um an deine Daten zu kommen, ist das Windows-Passwort. Ohne dieses hat ein Fremder keinen Zugriff zu deinem Windows-Konto und den dort gespeicherten Daten. Außerdem kann er dein Gerät nicht nutzen.

Das ist prinzipiell erstmal sehr gut, doch leider hilft es nichts, wenn der Dieb die Festplatte ausbaut und mit seinem PC verbindet. Denn dann kann er problemlos auf deine Daten zugreifen.

Windows-Benutzerkonto – Datensicherheit Computer

Zwar hat dieser Punkt nur indirekt etwas mit Datensicherheit zu tun, jedoch empfehlen wir Dir mit mindestens zwei Windows-Konten zu arbeiten.

  • Das Windows-Konto, mit dem Du normalerweise arbeitest, sollte dabei als Standard Konto konfiguriert sein und somit keine Administratorrechte besitzen.
  • Beim zweiten Windows-Konto sollte es sich hingegen um ein Administratorkonto handeln, das Du aber nur in Ausnahmefällen nutzen solltest.

Solltest Du Dir beim Surfen mit dem Standard-Konto nämlich einen Virus oder Spyware einfangen, was bei all den verschiedenen (zum Teil ungesicherten) WLAN-Netzen, die Du während deiner Reise verwenden wirst, durchaus möglich sein kann, können diese weitaus geringeren Schaden anrichten.

Das liegt daran, dass Viren und Spyware (bzw. alle Programme) durch die eingeschränkten Rechte deines Benutzerkontos in ihrem Handeln eingeschränkt sind. Mit Administratorrechten können sie dagegen quasi alles machen.

Solltest Du für bestimmte Aktionen Administratorrechte benötigen, musst Du Dich jedoch nicht jedes Mal extra im Administratorkonto anmelden, sondern kannst alles bequem von deinem normalen Konto aus machen. Windows wird Dich in solchen Fällen nämlich automatisch nach dem Administratorpasswort fragen und Du kannst durch die Eingabe dieses Passworts für genau diese Aktion einmalig Administratorrechte erteilen. Letztendlich musst Du das Administratorkonto also (fast) nie benutzen.

Den Kontotyp deines Windows-Benutzerkontos kannst du dabei ganz leicht selbst anpassen.

Sperr-Passwort Android – Datensicherheit Smartphone

Damit man nicht allzu schnell an die Daten auf deinem Smartphone kommt, wenn Du es mal liegenlassen solltest, empfehlen wir Dir dein Smartphone mit einem Passwort oder deinem Fingerabdruck (wenn Du bereit bist deinen Fingerabdruck abzuspeichern) zu sichern.

Diese beiden Varianten sind sehr viel sicherer als ein einfacher Pin oder eine Wischgeste. Besonders letzteres kann man oft wegen der sichtbaren „Fettspur“ auf dem Display einfach knacken.

Apps mit Passwort sichern – Datensicherheit Smartphone

Außerdem empfehlen wir Dir Apps mit sensiblen Daten per Pin zusätzlich zu sichern (E-Mails, Uber, etc.). Am besten kannst Du das mit der App AppLock machen.

#02 – Daten vor Viren und Malware schützen

Datensicherheit durch aktuelle Antivirenschutzsoftware – Computer

Achte darauf, dass Du einen Anti-Virenschutz auf deinem Computer installierst hast und stelle sicher, dass dieser ständig up-to-date ist. Zwar sind kostenpflichtige Programme laut diverser Tests meist besser als ihre kostenlosen Konkurrenten, trotzdem sollten letztere in den meisten Fällen ausreichen.

Eine extra Software-Firewall ist seit Windows 7 übrigens nicht mehr zwingend nötig, da die in Windows integrierte Firewall seither ausreichend (wobei das natürlich vom Nutzerverhalten und -umfeld abhängt) gut ist.

Eines der besten Programme in Bereich Internet Sicherheit ist seit Jahren Kaspersky Internet Security* (laut diverser Tests), das wir deshalb schon seit einigen Jahren nutzen und auch sehr zufrieden damit sind – wenn man das bei einem Antivirenprogramm so sagen kann.

Datensicherheit durch aktuelle Antivirenschutzsoftware – Smartphone

Ein bisschen anders sieht das bei Android Smartphones aus. Lädst Du deine Apps ausschließlich vom offiziellen Google Play Store herunter, bist Du in Sachen Viren relativ sicher. Sollte es aber doch mal eine infizierte App in den App Store von Google schaffen oder Du auf eine verseuchte Internetseite geragten, dann hast Du mit einer Anti-Viren-App zumindest eine Schutzfunktion in der Hinterhand.

Wir verfolgen hierbei die Strategie „better safe than sorry“ und verwenden deshalb Kaspersky Antivirus & Security – ist bei unserem PC-Antivirenpaket dabei. Mit den Grundfunktionen, die in den meisten Fällen vollkommen ausreichen sollten, ist die App übrigens kostenlos.

#03 – Daten verschlüsseln und so vor dem Zugriff Dritter schützen

Das große Stichwort der Datensicherheit heißt Verschlüsselung. Durch das Verschlüsseln deiner Daten werden diese in eine Form umgewandelt, die ohne den passenden Schlüssel nicht zu entschlüsseln ist bzw. nur Datensalat darstellt. Kennt der Angreifer deinen Schlüssel nicht, kann er mit deinen Daten also nichts anfangen – sie sind vollkommen wertlos für ihn. Auch das Ausbauen der Festplatte bringt dann nichts mehr.

Vielleicht fragst Du Dich nun wie Du diesen Schlüssel bekommst und was sich dahinter genau verbirgt. Um es kurz zu machen: In den meisten Fällen legst Du ein Passwort fest, das mithilfe eines Algorithmus in einen komplexen Schlüssel umgewandelt wird. Wenn Du deine Daten also entschlüsseln möchtest, gibst Du einfach dein Passwort ein – das war’s. Den Rest erledigt die Verschlüsselungssoftware für Dich.

Um zu verhindern, dass dieses Passwort über (automatisiertes) Ausprobieren erraten werden kann, ist es sehr wichtig, dass es so lang wie möglich ist und sowohl Groß- und Kleinbuchstaben, als auch Zahlen und Sonderzeichen enthält. Strategien wie Du lange Passwörter kreierst und sie Dir trotzdem leicht merken kannst, findest Du beim Online-Magazin GIGA.

Datensicherheit durch Datenverschlüsselung – Computer

Wie geht das mit dem Verschlüsseln nun aber genau und welche Software benötigst Du dafür? Das Positive vorneweg: Du brauchst nichts bezahlen, denn die meisten Verschlüsselungsprogramme sind kostenlos.

Wir verwenden dafür Microsofts BitLocker, der bereits in Windows integriert ist und Veracrypt, ein Open-Source Programm, das der Nachfolger des früheren Marktführers Truecrypt ist und das Du beim Computer-Magazin CHIP herunterladen kannst.

Generell gibt es zwei verschiedene Verschlüsselungsansätze deine Daten zu verschlüsseln. Jeder ist dabei für unterschiedliche Anwendungszwecke besonders sinnvoll. Eine Kombination beider für einen noch besseren Schutz ist selbstverständlich möglich.

Ansatz 1 ist den Computer (inklusive Betriebssystem) komplett zu verschlüsseln

Der Vorteil dabei ist, dass alle deine Daten auf einmal verschlüsselt werden. Sobald sich deine Daten ändern, verschlüsselt sie dein Computer in Echtzeit erneut. Natürlich kostet das ein wenig Performance, wir raten aber auf jeden Fall trotzdem dazu.

Wir verwenden hierzu Microsofts BitLocker, der wie beschrieben bereits in Windows integriert ist und deshalb sehr komfortabel zu bedienen ist. Das einzige, das Du tun musst, ist ihn unter Windows zu aktivieren, ein Passwort zu vergeben, das Du bei jedem PC-Start eingeben musst, um deine Daten zu entschlüsseln (direkt nach dem BIOS-Passwort) – das war’s.

Eine genaue Anleitung der Verschlüsselung deines Computers mit BitLocker findest Du beim Computer-Magazin CHIP.

Ansatz 2 ist nur einzelne Dateien (in Veracrypt) zu verschlüsseln

Das ist besonders interessant für Dateien, die Du in deiner Cloud ablegen oder per E-Mail verschicken möchtest. Der Vorteil dabei ist, dass Du Daten im verschlüsselten Zustand außerhalb von deinem verschlüsselten Computer speichern und „bewegen“ kannst.

Dabei erstellst Du vereinfacht gesagt Tresore mit einer vorher festgelegten Größe (Speichervolumen) und versiehst sie mit einem Passwort. In diese Tresore kannst Du nun deine Dateien „hineinlegen“. Dabei kannst Du diese Tresore beliebig verschieben, kopieren und auch in deine Cloud hochladen. Ohne deinen Schlüssel bzw. Passwort hat so nicht einmal mehr dein Cloudanbieter Zugriff auf den Inhalt deines Tresors bzw. kann nur wertlosen Datensalat sehen. In Zeiten von NSA und Spionageaffäre sicherlich ganz interessant.

Beachte jedoch, dass der Tresor immer das von Dir bei der Erstellung festgelegt Speichervolumen benötigt, egal ob er mit deinen Daten gefüllt ist oder nicht – wie bei einem echten Tresor eben. Die Größe des Tresors lässt sich im Nachhinein übrigens nicht mehr verändern. In diesem Fall musst Du dann einen neuen Tresor erstellen und deine Daten vom alten in den neuen Tresor verschieben.

Ein weiterer Vorteil von Veracrypt ist, dass Du es nicht installieren musst. Es reicht vollkommen aus, wenn Du es downloadest und die Installationsdatei auf einen USB-Sticks packst. So hast Du an jedem PC deiner Wahl Zugriff auf deine Datei. Alternativ kannst Du die Installationsdatei auch einfach auf deiner Cloud hochladen. Dann benökastigst Du nicht einmal mehr einen USB-Stick.

Einziger Nachteil von Veracrypt ist, dass jedes Mal, wenn Du Zugriff zu einem bestimmten Tresor haben willst, Du ihn mithilfe von Vercrypt „aufschließen“ und danach wieder „zuschließen“ musst. Letzteres wird aber auch automatisch beim Beenden von Veracrypt gemacht.

Wir nutzen Veracrypt um einerseits unsere USB-Sticks und Festplatten zu verschlüsseln, andererseits aber auch um Tresore mit Daten per E-Mail zu verschicken oder auf unserer Cloud hochzuladen. Für die doppelte Sicherheit legen wir sensible Daten in einem Tresor auf unserem Computer, der ja selbst schon verschlüsselt ist, ab – sicher ist sicher.

Wenn Du mehr zu Veracrypt wissen willst und wie Du damit deine Daten verschlüsselst, empfehlen wir Dir die ausführlichen Schritt-für-Schritt Anleitungen von lehrerfortbildung-bw.de und homepage-baukasten.de. Am Anfang mag es vielleicht kompliziert aussehen, sobald Du es aber 2-3-mal gemacht hast, geht es locker von der Hand.

Datensicherheit durch Datenverschlüsselung – Smartphone

Auch den internen Speicher deines Smartphones inklusive Speicherkarte kannst Du verschlüsseln. Da besonders Smartphones gerne gestohlen werden bzw. leicht verloren gehen können, solltest Du dein Smartphone unbedingt verschlüsseln.

Google hat hierfür bereits eine Funktion in das Betriebssystem integriert, die Du einfach unter den Einstellungen deines Smartphones finden kannst. Wie das genau funktioniert kannst Du beim Online-Magazin netzwelt nachlesen.

Natürlich kannst Du deine Veracrypt-Tresore auch auf dem Handy öffnen und dort auch Tresore erstellen. Zwar bietet der Hersteller von Veracrypt keine offizielle Android (und iOS)-App an, empfiehlt auf seiner Website aber explizit die App EDS (Lite) vom Hersteller Sovworks. Die App ist kostenlos und arbeitet zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Eine genauere Anleitung findest Du bei beim Online-Magazin netzwelt.

Wichtiger Hinweis

Was Du beim Verschlüsseln deiner Daten auf jeden Fall bedenken solltest ist, dass es beim Verschlüsseln keine „Passwort vergessen“-Funktion gibt.

Hast Du also das Passwort vergessen, sind deine Daten weg bzw. unlesbar und zwar für immer.

Zumindest für solange bis heutige PCs leistungsfähig genug sind, dass sie nach dem Prinzip des Ausprobierens aller möglichen Kombinationen auf das richtige Passwort kommen. Das wird aber wohl noch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern.

#04 – Dateien verpacken bzw. zippen

Dateien zippen– mehr Sicherheit für deine Daten – Computer

Alternativ zum Verschlüsseln einzelner Dateien, kannst Du diese auch einfach zippen (z.B. mit 7zip) und mit einem langen (!) Passwort belegen. Ohne dieses Passwort lässt sich der gezippte Ordner bzw. die gezippte Datei nicht mehr öffnen. Diese Variante eignet sich besonders um sensible Daten auf deiner Cloud zu sichern.

Dateien zippen – mehr Sicherheit für deine Daten – Smartphone

Auch auf dem Smartphone könnt ihr 7zip-Dateien öffnen und erstellen. Wir empfehlen dafür 7Zipper 2.0 von Polar Soft, da es einfach zu bedienen ist und seine Aufgabe, das Ver- und Entpacken von Daten, sehr zuverlässig bewerkstelligt.

#05 – Dateien endgültig löschen

Sicherstellen, dass Daten endgültig gelöscht werden – Computer

Wenn Du Dateien auf deinem PC löschst, heißt das leider nicht zwangsläufig, dass sie danach wirklich gelöscht sind. Stattdessen wird beim normalen Löschvorgang nur das Verzeichnis der zu löschenden Datei gelöscht, sodass dein PC nicht mehr weiß, wo genau sich die Datei auf der Festplatte befindet, und deshalb nicht auf sie zugreifen kann.

Trotzdem ist sie nach wie vor auf deiner Festplatte – so lange bis der Speicherplatz von einer anderen Datei benötigt wird und überschrieben wird. Da sich das ursprüngliche Verzeichnis aber mit einfachen Mitteln wieder rekonstruieren lässt, sind deine gelöschten Daten einfache Beute für Dritte.

Um das zu verhindern, verwenden wir die kostenlose Software Eraser. Sobald das Programm auf deinem PC installiert ist, kannst Du (sensible) Daten mit einem Rechtsklick von Eraser löschen lassen.

Dabei wird die ursprüngliche Datei mehrfach (Anzahl kann eingestellt werden) mit zufälligen Daten überschrieben, sodass deine Ursprungsdatei danach nicht mehr rekonstruierbar und damit endgültig gelöscht ist.

Da das mehrfache Überschreiben natürlich Zeit braucht, dauert der Löschvorgang auch ein wenig länger – je nach Größe der Datei.

Dieses Verfahren empfehlen wir Dir vor allem für sensible Daten, besonders wenn sie sich auf einem USB-Stick befinden. Denn Du weißt nie, wo Du ihn vielleicht mal irgendwo liegenlässt oder ob er Dir sonst irgendwie abhandenkommt.

Sicherstellen, dass Daten endgültig gelöscht werden – Smartphone

Leider gibt es vom Hersteller von „Eraser“ keine Android App. Wir verwenden deshalb die kostenlose App Andro Schredder. Zwar sind der Name und das Design ein wenig befremdlich, aber die App tut trotzdem was sie soll: Daten zuverlässig endgültig löschen. Noch dazu verlangt diese App kaum Rechte, was uns sehr gefällt.

#06 – VPN-Verbindung nutzen

Vielleicht hast Du schon einmal von VPN (Virtual Private Network) gehört. Es dient dazu Geräte verschiedener privater Netzwerke miteinander zu verbinden. Das ist nötig, wenn Du z.B. von Daheim aus aufs Firmen- oder Uninetz zugreifen möchtest. Mit Hilfe einer VPN-Verbindung kannst Du dann auf das Netzwerk zugreifen als wärst Du vor Ort im Netzwerk.

Was bringt Dir eine VPN-Verbindung auf deiner Weltreise?

Zuallererst bringt es Dir Sicherheit. Ein großes Problem auf deiner Weltreise aber auch im täglichen Leben sind nämlich all die öffentlichen (und oft ungesicherten) WLAN-Hotsports, an denen Du Dich anmeldest, um ins Internet zu kommen.

Mit genügend Knowhow und krimineller Energie können Teilnehmer dieses Netzwerks den kompletten Datenverkehr abfangen und aufzeichnen. Je mehr Teilnehmern den Hotspot nutzen, desto attraktiver ist er für Kriminelle. Das Blöde dabei ist, dass Du davon überhaupt nichts mitbekommst.

Wenn Dich also beim nächsten Flugbuchen in der Hostellobby dieser schleimige Typ von der Ecke angrinst, dann weißt Du, dass er wohl gerade deine Kreditkartendaten geklaut hat. Aber mal Spaß bei Seite, natürlich muss dies nicht gleich bei jedem WLAN-Hotspot der Fall sein. Die Gefahr ist aber doch größer als man denkt.

Wie kannst du Dich auf Weltreise davor schützen?

Zum Glück kann man sich jedoch dagegen wehren. Die Lösung heißt: VPN-Verbindung. Denn alle Daten, die über eine VPN-Verbindung fließen, sind verschlüsselt und von Dritten nicht einsehbar.

Ein weiterer Vorteil von VPN ist, dass es deine Privatsphäre schützt, indem dein wirklicher Aufenthaltsort geheim bleibt. Stattdessen wird dein Aufenthaltsort gleichgesetzt mit dem Ort, an dem sich das Firmen- oder Uninetz, mit dem Du verbunden bist, befindet. Das ist besonders in Ländern, in denen das Internet stark zensiert wird (z.B. China), sehr wichtig.

Speziell in China sind nämlich Google, Facebook, YouTube und viele andere Seiten gesperrt. Loggst Du Dich deshalb z.B. in China mit deinem Uni-VPN ein, wechselt dein angezeigter Aufenthaltsort auf Deutschland und Du hast plötzlich denselben Internetzugriff wie in Deutschland – praktisch oder?

Darüber hinaus schützt Dich eine VPN-Verbindung davor, dass deine Internetaktivität durch deinen Internetanbieter überwacht werden kann. Das kann in Ländern, in denen die Regierung das Internet stark überwacht, hilfreich sein.

Welche Nachteile bringt eine VPN-Nutzung auf Weltreise mit sich?

Ein Nachteil von VPN kommt durch mögliche Performance-Beschränkung zustande. Denn dadurch, dass all deine Daten über das VPN deines Anbieters laufen, muss sichergestellt werden, dass dieser eine ausreichende Geschwindigkeit bietet – heutzutage ist dies aber kaum noch ein Problem.

Vor allem Unis liefern generell sehr hohe Geschwindigkeiten. In den meisten Ländern deiner Weltreise wird es Dir sowieso eher so ergehen, dass das angebotene Internet von vorneherein langsamer ist als die Geschwindigkeit deines VPNs. Wir selbst haben bisher noch selten einen Unterschied bemerkt.

Ein weiterer Nachteil von VPN ist, dass es in der Regel nicht kostenlos ist. Der Grund dafür ist, dass Du jemanden brauchst, der es Dir erlaubt, eine VPN-Verbindung zu seinem Netzwerk aufzubauen und der Dir ferner erlaubt deinen gesamten Internetverkehr über sein Netzwerk abzuwickeln.

Als Student hat man es hier einfach, denn diesen Service bietet jede Uni kostenlos, jederzeit und meistens sogar für mehrere Geräte gleichzeitig an. Ansonsten musst Du Dir diesen Service für ca. 5€ pro Monat kaufen. Je nach deinem Datenverbrauch kann aber auch ein Volumentarif sehr attraktiv sein.

Achte bei deiner Suche nach einem passenden Anbieter nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Seriosität des Anbieters.

Sobald Du mit dem VPN verbunden bist, gehen nämlich all deine Daten über das Netz des jeweiligen Anbieters – Vertrauen ist hier also wichtig.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Dir deshalb einen deutschen Anbieter, dessen Server in Deutschland stehen, zu wählen. Dieser Anbieter ist dann nämlich an das deutsche Datenschutzrecht gebunden, was sicherlich nicht schaden kann.

VPN auch auf dem Smartphone nutzen

VPN kannst Du natürlich auch bequem mit deinem Handy nutzen. Dein jeweiliger VPN-Anbieter stellt Dir dabei in der Regel die passende VPN-App zur Verfügung.

Solltest Du kein VPN (gekauft) haben, ist es generell besser deine sensiblen Geschäfte über die mobilen Netzwerke zu tätigen. Dort können deine Daten nämlich weitaus schwerer abgefangen werden, als in einem WLAN-Netzwerk.

Aber Achtung: Hast Du Apps und/oder Malware auf einem Smartphone, die deine Daten sowieso schon ausspähen, bringt Dir der Umstieg aufs mobile Netzwerk wenig!

#07 – Geräte orten

Dein Gerät wiederfinden – Smartphone

Zwar hoffen wir, dass Du diese Funktion auf deiner Weltreise nie brauchen wirst, aber es kann doch hilfreich sein, wenn Du das eigene Handy im Notfall orten kannst. Hierfür gibt es zahlreiche Apps wie Avast Anti Theft und Lookout Antivirus und Sicherheit.

Zusätzlich zur Ortung bieten Dir diese Apps außerdem allerhand andere Funktionen wie z.B. die Aufnahme von Bildern und Videos oder das Löschen des Handy-Speichers von der Ferne.

Zu beachten ist hierbei aber, dass Du die Apps natürlich installieren und einrichten musst, bevor Du dein Smartphone verlierst. Wir verwenden hierfür übrigens Kaspersky Antivirus & Security.

Daten sichern – wie und wo?

Die Grundregel lautet: Sichere deine Daten so oft und an so vielen Orten wie möglich.

Denn eine externe Festplatte fällt leider schnell mal herunter und auch der USB-Stick geht gerne mal verloren. Wenn dann alle deine Daten weg sind, dann… – Das wollen wir uns lieber nicht vorstellen.

Neben externen Festplatten, kannst Du USBSticks, Speicherkarten und auch die interne Festplatte deines PCs oder deines Smartphones benutzen. Der Vorteil dieser Speichermedien ist, dass Du die Daten immer bei Dir hast und deshalb schnell auf sie zugreifen kannst, auch ohne Internet. Der (große) Nachteil ist, dass sie anfällig für Diebstahl, Defekte und Verlust sind.

Alternative Cloudspeicher

Aus diesem Grund solltest Du Dir auch Gedanken darüber machen, deine Daten in einer Cloud zu speichern. Der große Vorteil, den das Speichern deiner Dateien in einer Cloud während deiner Weltreise haben kann ist, dass deine Daten so gut wie sicher vor Verlust sind.

Auf der anderen Seite ist ein Cloudspeicher aber meist nicht billig (wobei Du die anderen Speichermedien auch erstmal kaufen musst) und Du musst deine Daten außerdem dem Cloudspeicheranbieter anvertrauen – also Dropbox, Google, Microsoft etc.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Du zu deinen Daten nur Zugriff hast, wenn Du mit dem Internet verbunden bist. Dabei kann es je nach Größe der Daten sehr lange dauern bis Du sie in die Cloud hoch- und wenn Du sie brauchst, wieder heruntergeladen hast.

Besonders in Ländern, in denen Du Dich nicht auf schnelles Internet verlassen kannst, kann das natürlich schon schnell zum Problem werden.

Ähnlich wie beim Thema VPN solltest Du deinen Cloudanbieter nicht nur nach dem Preis auswählen, sondern auch nach dessen Seriosität.

Denn schließlich vertraust Du ihm alle deine Daten an. (Du kannst sie wie oben beschrieben aber auch verschlüsseln, sodass dein Cloudanbieter deine Daten nicht mehr entschlüsseln kann). Aus diesem Grund empfehlen wir Dir deutsche Anbieter, die ihre Server in Deutschland haben. Diese sind dann nämlich an das deutsche Datenschutzrecht gebunden.

Wenn Du deine Daten nicht Google und Co anvertrauen möchtest, aber trotzdem nicht auf die Vorteile eines Cloudspeichers verzichten möchtest, kannst Du natürlich auch deinen eigenen Server betreiben und diesen als Cloudspeicher verwenden. Dafür sind aber deutlich mehr Zeit und Knowhow nötig, weshalb wir diese Alternative hier nicht weiter erläutern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es für eine Weltreise nicht das perfekte Speichermedium gibt, sondern dass eine Mischung zum besten Ergebnis führt.

Auch wir selbst verwenden eine Mischung aus internen und externen PC Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten, Cloud (Microsoft One Drive – unserer externen Festplatte lag ein Gutschein für 200GB bei) und eigenem Server und sind damit bisher sehr gut gefahren.

Wir achten außerdem darauf, dass wir all unsere Daten mindestens an zwei Orten gespeichert haben. Das kostet zwar Zeit und Speicherplatz, spart aber im Worst-Case viel Nerven.

Achte außerdem darauf, dass Du alle Speichermedien vor dem Zugriff Dritter sicherst. Tipps dazu findest Du oben.

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