So haben wir uns kurz vor der Weltreise gefühlt.

Es ist genau 4:02 Uhr morgens, irgendwo in der Nähe von Stuttgart. Eigentlich sollten wir schon lange schlafen, aber das mit dem ruhig-im-Bett-liegen-bleiben klappt nicht so ganz. Wir sind einfach zu aufgedreht und das ganz ohne Red Bull –  das Adrenalin macht‘s.

Das ist kein Wunder, denn in gut 24 Stunden ist es endlich soweit: Wir starten unser wohl größtes Abenteuer, eine Reise um die Welt.

Wir sind vom Fernweh infiziert

Weltreise – irgendwie klingt das schon cool. Steffi und Martin auf Weltreise – wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht? Wir zumindest nicht. Schuld ist die Uni. Mit Martins Auslandsemestern in Texas (2012-2013) hat alles angefangen. Während dieser Zeit wurde sein Reisefieber geweckt und spätestens seit unseren folgenden Reisen und Auslandssemestern in Kalifornien, Texas und China sind wir vom Fernweh infiziert.

Ein paar Jahre später sitzen wir jetzt hier, mitten auf dem Fußboden, und können es immer noch nicht so richtig fassen. Links ein riesiger Haufen mit all den Dingen, die wir mitnehmen werden, rechts zwei große Rucksäcke; davor liegt eine Packliste – soweit ist alles abgehakt. Nur Steffis Mikrofaserhandtuch fehlt noch. Das sollte aber morgen noch von Robert geliefert werden.

Falls Du Dich fragst wer Robert ist, Robert ist unser DHL-Mann – Freund und Helfer zugleich. In letzter Zeit haben wir ein ziemlich inniges Verhältnis zu ihm aufgebaut, denn er beliefert uns inzwischen fast täglich mit Amazonpäckchen in den unterschiedlichsten Formen und Größen – Dank sei Amazon Prime.

Die letzten Weltreise-Vorbereitungen vor dem Abflug

Doch neben dem Bestellen unserer Weltreiseausrüstung gab es noch allerlei andere Dinge zu erledigen und wir müssten lügen, wenn wir sagen würden, dass die letzten Tage und Wochen nicht doch ziemlich stressig waren.

Denn seitdem wir die Entscheidung getroffen haben auf Weltreise zu gehen, ist viel passiert. Wir haben unsere Bachelor- und Masterarbeiten (hoffentlich erfolgreich) abgegeben, unsere Zelte in den USA (vorerst) abgebrochen und sind vorrübergehend bei Martins Familie eingezogen.

Dort ging es dann an die eigentliche Weltreise-Vorbereitung: Wir haben unsere Auslandsversicherungen abgeschlossen, den Flug und das erste Hostel gebucht, neue Reisepässe beantragt, Impfungen bekommen und natürlich weiter fleißig an unserer Weltreise geplant.

Neben den letzten Vorbereitungen vor der Abreise waren die letzten Tage aber vor allem vom Abschiednehmen geprägt. Zwar haben wir inzwischen ja schon ein wenig Übung darin, aber leichter hat es das Ganze trotzdem nicht gemacht, im Gegenteil. Steffi bricht der Gedanke ihre 3-jährige Nichte ein weiteres Jahr nicht aufwachsen zu sehen das Herz.

Neugier und Vorfreude – Gedanken von zwei Bald-Weltreisenden

Nun sitzen wir da – immer noch auf dem Fußboden – und denken darüber nach, was wir in den nächsten Monaten so alles erleben werden. Wir träumen von einsamen Inseln, dichtem Dschungel, gefährlichen Vulkankratern, staubtrockenen Wüsten – und wir mitten drin.

Wie wird das alles so werden? Was davon ist überhaupt realistisch? Wie weit kommen wir überhaupt? Klappt alles so wie wir uns das vorstellen? Und wie wird das werden, wenn wir Monate lang herumreisen, ohne eine „heimische“ Basis zu haben, zu der wir jederzeit zurückkehren können?

Neben all der Euphorie und Vorfreude sind das Gedanken, die uns im Kopf herumschwirren. Wir unterdrücken sie nicht, dafür sind wir zu „deutsch“. Wir lassen uns aber auch nicht verrückt machen, denn wir wissen: We can do this!

Wir sind schon viel gereist, waren backpacken und haben für längere Zeit im Ausland gelebt. Natürlich ist eine Weltreise nochmal eine ganz andere Hausnummer, aber wir fühlen uns gut vorbereitet und sind bereit für das größte Abenteuer unseres Lebens: eine Reise um die Welt.

Eins ist auf jeden Fall sicher: Diese Reise wird uns prägen und sie wird uns reich machen, zwar nicht an Geld, dafür aber an Erfahrung und Erinnerungen, die uns niemand je mehr nehmen kann.

Und wenn es dann morgen 4:00 Uhr sein wird und wir wieder hier auf dem Fußboden sitzen werden, dann wird links neben uns nichts mehr sein, rechts aber dafür die gepackten Rucksäcke, ein Zeichen dafür, dass es losgeht – auf Weltreise.

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